Demokratiekonferenz Neubrandenburg 2017

Am 22.11.2017 trafen sich im Haus der Kultur und Bildung (HKB) Neubrandenburg über 70 Vertreter aus Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung, um über die Arbeit und die zukünftigen Ziele der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg zu diskutieren. Unmittelbar vor der Konferenz bot eine Ausstellung geförderter Einzelprojekte Einblicke in das bisherige Wirken der Partnerschaft, die von den nach und nach eintreffenden Gästen rege besucht wurde.

Pünktlich um 16:30 Uhr trat Andreas Stäbe ans Mikrofon, begrüßte die Anwesenden und stellte sich als Moderator der Konferenz vor.

Foto: Moderator Andreas Stäbe eröffnet die Demokratiekonferenz

Es folgte eine Szene aus dem 2016 geförderten Kabarettprojekt „Friedenspfeifen“: Die „Tollense Stichlinge“ Lisa, Freya und Martin stichelten bitterböse gegen kaum verhohlene Fremdenfeindlichkeit im Deckmantel schulischer Autorität.

Video: Kabarettszene der Tollense Stichlinge

 

Im Anschluss begrüßte der Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt die Anwesenden, lobte das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger und betonte die Notwendigkeit, aktiv für Demokratie einzutreten – heute mehr denn je.

Foto: Oberbürgermeister Silvio Witt

Der Ansprache des Bürgermeisters folgten Grußworte des Vorsitzenden des Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie Stephan Reich. Dann übernahm Andreas Stäbe wieder das Mikrofon und gab den Teilnehmern einen Ausblick auf den weiteren Ablauf der Konferenz.

Der Moderator verschaffte zunächst sich und allen anderen durch ein sogenanntes „Standogramm“ einen Überblick, wer sich überhaupt so alles zur Konferenz eingefunden hatte. Dazu benannte er nacheinander vier Kategorien von Teilnehmern und bat die Anwesenden aufzustehen, wenn sie sich der genannten Kategorie zuordnen.

Foto: Standogramm

Es stellte sich heraus, dass der bei weitem größte Teil des Publikums aus Vertretern von Vereinen, Verbänden und Initiativen bestand. Ein relativ kleiner Teil ordnete sich der Kategorie Verwaltung zu. Eine Handvoll weitere Teilnehmer bezeichneten sich als Einzelperson bzw. als keiner der genannten Gruppen zugehörig.

Mit einer Rückschau auf die bisherigen Ziele und Aktivitäten der Partnerschaft stieg der Koordinator Peter Scheifler in den inhaltlichen Teil der Konferenz ein. Er machte deutlich, dass der Arbeitsschwerpunkt vor allem im Aufbau der Mitte 2016 gegründeten Partnerschaft lag. Dazu gehörte auch die Einarbeitung in Abläufe und Regeln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Als bis heute ungelöste Herausforderung benannte er die Etablierung von Jugendbeteiligungsstrukturen.

Besonderen Wert legte der Koordinator auf die Vorstellung der Webseite der Partnerschaft www.demokratie-nb.de, die er allen Interessierten als Quelle für umfassende Informationen über Partnerschaft und Fördermöglichkeiten ans Herz legte.

Foto: Der Koordinator Peter Scheifler berichtet über bisherige Aktivitäten

Neben der Aufbauarbeit, so berichtete Peter Scheifler weiter, wurden bis dato 26 Einzelprojekte gefördert. Dafür flossen insgesamt 67 Tsd. Euro an 19 Projektträger.

Nach dieser Rückschau stellte der Koordinator den Entwurf des Handlungskonzepts der Partnerschaft vor. Kern des Entwurfs ist eine Zielpyramide, durch die auf drei Ebenen Ziele für die Partnerschaft definiert werden: Leitziel, Mittler- und Handlungsziele.

Abb.: Aufbau der Zielpyramide

Das Leitziel der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg laut Entwurf ist:

„Stärkung der Zivilgesellschaft für die Auseinandersetzung mit Extremismus und Förderung des demokratischen Habitus des Einzelnen“.

Aus diesem Leitziel, erläuterte Peter Scheifler, sind sechs Mittlerziele in den Bereichen „Prävention“ und „Reaktion“ abgeleitet.

Die Mittlerziele im Bereich „Prävention“ sind:

(1) Stärkung des Vertrauens in und der Kompetenzen im Umgang mit demokratischen und rechtstaatlichen Mitteln (Empowerment)

(2) Förderung des demokratischen Zusammenlebens in der Einwande-rungsgesellschaft durch Erhöhung der Dialogfähigkeit und –bereitschaft

(3) Stärkung der Verankerung demokratischer Werte im kollektiven Selbstverständnis der Neubrandenburger*Innen

(4) Sensibilisierung für und Aufklärung über Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Im Bereich „Reaktion“ sieht der Entwurf zwei Mittlerziele vor:

(5) Stärkung der Kompetenzen von Initiativen/Vereinen/ Verbänden im Erkennen und Umgang mit lokalen Bedrohungen und Konfliktlagen mit diskriminierendem und extremistischem Hintergrund

(6) Stärkung der zivilgesellschaftlichen Strukturen zur Bearbeitung von Bedrohungen und lokalen Konfliktlagen mit diskriminierendem und extremistischem Hintergrund

Der Koordinator Peter Scheifler führte weiter aus, dass jedes Mittlerziel wiederum in bis zu 6 Handlungsziele übersetzt werde und machte dies an ausgewählten Beispielen deutlich.

Die Diskussion und gegebenenfalls Weiterentwicklung der vorgeschlagenen Ziele, erklärte der Koordinator abschließend, seien Hauptaufgabe der heutigen Demokratiekonferenz. Zu diesem Zweck würden im zweiten Teil der Konferenz Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils bestimmte Ziele und Aspekte des Handlungskonzeptes bearbeiten sollen.

Nach diesen Worten übernahm der Moderator Andreas Stäbe das Mikrofon und erläuterte Ziele und Ablauf der Arbeitsgruppen. Anschließend entließ er die Anwesenden in eine kleine Pause.

Foto: Pause – lockerer Austausch abseits der Tagesordnung

Nach der Pause fanden sich die Konferenzteilnehmer in freier Wahl zu fünf einzelnen Arbeitsgruppen zusammen: Eine je Mittlerziel im Bereich „Prävention“ und eine weitere zur Bearbeitung der beiden Mittlerzielen im Bereich „Reaktion“.

Jede Gruppe wurde von einem Moderator geleitet, der mittels Karten und Moderationswand (a) offene Fragen, (b) Feedback zu Partnerschaft und Handlungskonzept und (c) Ideen, Vorschläge und Hinweise der Teilnehmer erfasste. In allen Gruppen entwickelte sich nach kurzer Anlaufzeit ein lebhafter Austausch. Zahlreiche Fragen, Anmerkungen, Ideen und Vorschläge zu Mittler- und Handlungszielen sowie zur Partnerschaft allgemein wurden zusammengetragen und debattiert.

Foto: Diskussion in der Arbeitsgruppe

Nach 30 Minuten hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Arbeitsgruppe einmal zu wechseln. Nach weiteren 30 Minuten wurden die Arbeitsgruppen beendet und die Teilnehmer nahmen wieder im Konferenzraum Platz.

Andreas Stäbe bat die Moderatoren der Arbeitsgruppen nach vorne und holte sich ein kurzes Feedback aus den jeweiligen Gruppen ein. Die Moderatoren berichteten übereinstimmend von sehr regen Diskussionen, in denen eine Vielzahl von Hinweisen, Anregungen und Ideen geäußert und aufgenommen wurden.

Foto: Beispiel zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen: Zusammengetragene Hinweise und Ideen zu Mittlerziel 4

Der Moderator erklärte, wie mit den auf der Konferenz bzw. in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Ergebnissen weiter verfahren wird: sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Handlungskonzeptes im Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie. Anschließend übergab er das Wort noch einmal an den Koordinator der Partnerschaft Peter Scheifler, der einen Ausblick auf die Förderbedingungen im kommenden Jahr gab und zur Vorbereitung von Antragstellungen in 2018 aufrief.

Foto: Aufruf zur Antragstellung für 2018

Mit Danksagung und offizieller Verabschiedung der Teilnehmer durch Moderator und Koordinator und Eröffnung des Buffets endete der protokollarische Teil der Konferenz.

Wer bis hierhin durchgehalten hatte, wurde mit kräftiger Suppe und belegten Brötchen belohnt. In zahlreichen Kleingruppen und lockeren Zweiergesprächen wurden Diskussionen aus den Arbeitsgruppen fortgeführt, neue Kontakte geknüpft und alte aufgefrischt. Nach und nach löste sich die Menge auf, bis gegen 21:30 Uhr die letzten Teilnehmer den Konferenzort verließen.

Foto: Mindestens genauso wichtig wie der protokollarische Teil: informeller Austausch vor und nach der Konferenz – neue Kontakte knüpfen, alte auffrischen

Wir danken herzlich allen Teilnehmern für ihr Kommen,
für ihr Engagement in der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg und
für die vielen guten Hinweise und Anregungen!

 

Folgende Unterlagen zur Demokratiekonferenz 2017 sind als Download verfügbar:

Zusammenfassung Demokratiekonferenz 2017 (Bericht oben als PDF)

Ergebnisse der Arbeitsgruppen

PowerPoint-Präsentation Demokratiekonferenz 2017